Auch Beamte sind vor dem Coronavirus nicht geschützt. Im Gegenteil: Gerade sie sind es, die neben Pflegepersonal und Ärzten ein höheres Risiko tragen, angesteckt zu werden. Besonders betroffen sind dabei Polizeibeamte, denn sie sind nun verstärkt aktuell an Grenzübergängen und Flughäfen im Einsatz. Polizisten müssen weiterhin im Einsatz bleiben, auch wenn sich mehr Polizeibeamte infizieren sollten.

Die aktuelle Situation in Deutschland: Coronavirus Fallzahlen

In Deutschland sind derzeit laut dem Robert-Koch-Institut 1.567 Personen mit dem Virus infiziert. Mittlerweile stiegen die Todesfälle auf 4.

Statistik: Fallzahlen des Coronavirus (COVID-19) in Deutschland nach Bundesländern bis zum 11. März 2020* | Statista
Quelle: statista.com

Wie sieht die Lage bei der Polizei aus?

  • Ein Polizist in Berlin hat sich mit dem Virus angesteckt. Er befand sich in der 32. Einsatzhundertschaft. Es wurden 35 weitere Beamte in Quarantäne versetzt (07.03.2020).
  • Ein weiterer Polizeibeamte hat sich am vergangenen Sonntag in einem Berliner Club mit dem Coronavirus infiziert. 60 Kontaktpersonen wurden unter Quarantäne gestellt (08.03.2020).
  • Ein ebenfalls aus Berlin stammender BKA-Beamte hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dadurch bedingt, hat das Terrorismusabwehrzentrum (GTZA) einige Termine abgesagt.
  • Das Bundeskriminalamt hat einen internen Krisenstab eingerichtet, um die Arbeit der Bundeskriminalbeamten weiterhin zu gewährleisten.
  • Im Kreis Wesel in NRW hat sich ein Polizist bei der Kreispolizei mit dem Coronavirus infiziert. Die Arbeit der Polizei sei, wie ein Sprecher mitteilte, nicht eingeschränkt (11.03.2020).
  • Die vorsorglich geschlossene Polizeistation in Lauenburg in Schleswig-Holstein ist wieder geöffnet (10.03.2020). Sie wurde geschlossen, nachdem ein Ägyptenurlauber durch das Coronavirus gestorben ist. Zwei Polizeibeamte sind weiterhin in Quarantäne.
  • Die Polizei in NRW hat ein landesweites Lagebild verfasst, das täglich aktualisiert wird. Es zeigt alle "betroffenen Polizeibeamte". Insgesamt sind in NRW etwa 40.000 Polizeibeamte tätig.
  • Eine Polizistin bei der Osnabrücker Polizei hat sich in Südtirol mit dem Coronavirus infiziert (11.03.2020). Da sie keinen Kontakt zu ihren Kollegen hatte, sei in der dienstlichen Behörde auch keine Ansteckung durch sie zu befürchten. Trotzdem sagte die Polizeistelle etliche Fortbildungen ab, Dienstreisen werden eingeschränkt.
  • Das Land Niedersachsen reagiert auf die Coronavirus-Ausbreitung und verbietet ihren Polizisten in Risikogebiete zu fahren. Dienstreisen werden eingeschränkt.

Welche Regeln müssen Beamte jetzt beachten?

  • Beamte, die innerhalb von 14 Tagen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind oder Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten, sollen ebenso wie alle anderen Personen in Deutschland vorsorglich zuhause bleiben und das Gesundheitsamt informieren. Zudem muss die Dienststelle und der Dienstherr telefonisch oder per E-Mail vor Dienstantritt in Kenntnis gesetzt werden. Ein Zuhausebleiben gilt aber nur dann, wenn das Gesundheitsamt dies angeordnet hat.
  • Freigestellte Beamte erhalten weiterhin ihre Besoldung.
  • Beamte, die ihren Urlaub oder in ihrer Freizeit in Risikogebiete, wie Italien, fahren, verstoßen gegen das Dienstrecht, wie das Land Niedersachsen mitteilt. Ein Beamter habe die Pflicht zur Gesunderhaltung, wie eine Sprecherin des Innenministeriums erklärte.
  • Beamte, die Symptome, wie Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen und Fieber zeigen, auch wenn sie nur leicht ausgeprägt sind, müssen einen Arzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst telefonisch konsultieren und den Dienstherrn in Kenntnis setzen.

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