Am 24. Januar 2023 beginnt die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst und somit auch für die Beamten. Die Gewerkschaften fordern eine Übernahme des Tarifergebnis auch auf die Beamten. Den Verlauf der Tarifverhandlungen, die Forderungen und das Ergebnis haben wir nachfolgend zusammengestellt.

Das wird für den öffentlichen Dienst gefordert

  • 10,5 % mehr Geld
  • mindestens 500 Euro pro Monat mehr 
  • 200 Euro pro Monat mehr für Azubis, Studierende und Praktikanten
  • Unbefristete Übernahme der Auszubildenden
  • 12 Monate Laufzeit

Das wird für die Beamten gefordert

  • Übernahme des Tarifergebnis aus dem öffentlichen Dienst

Was sagt der dbb zu den Forderungen?

Ulrich Silberbach, dbb-Chef, verteidigt die Forderungen von ver.di und den anderen Gewerkschaften von mindestens 500 Euro mehr pro Monat für alle Tarifbeschäftigten:

"Die Lebenshaltungskosten haben sich dramatisch erhöht, und der größte Teil der Beschäftigten arbeitet im unteren und mittleren Dienst und wird nicht wie Staatssekretäre bezahlt. Die Politik hat in kurzer Zeit 500 Milliarden Euro für Corona-Hilfen, Bundeswehr, Entlastungspakete und Gaspreisbremse mobilisiert. Da wären selbst 16 Milliarden nicht der Untergang des Abendlandes. Der Staat kann es sich nicht erlauben, seine Bediensteten nur minimal besser zu behandeln als Grundsicherungsbezieher. Dazu gibt es inzwischen jede Menge höchstrichterliche Rechtsprechung. Bei der Bundespolizei sind Beschäftigte teils noch in A6 oder A7 eingruppiert, das bedeutet eine Grundvergütung von 2.500 beziehungsweise 2.600 Euro brutto im Monat. Durch das Bürgergeld wird der Druck noch größer werden, das Mindestabstandsgebot einzuhalten.

Jeder Hausbesitzer und jede Firma wird genötigt, Energie zu sparen. Da kann ich nur sagen: Schaut euch mal die Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude an. Da pfeift es an allen Ecken und Enden. Aber man muss schon fragen, ob man sie so hart anzieht, dass wir der nachkommenden Generationen eine dahinsiechende Infrastruktur ans Bein binden. Ich finde, wir brauchen nicht nur ein Sondervermögen Bundeswehr, sondern auch ein Sondervermögen Zukunft für die öffentliche Infrastruktur. 250 Milliarden Euro auf zehn Jahre, das wären 25 Milliarden Euro im Jahr. Das sollte die viertgrößte Volkswirtschaft auf diesem Planeten doch stemmen können."