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Der Berliner öffentliche Dienst leidet nicht nur an einer hohen Krankheitsquote, sondern auch an einer bevorstehenden Pensionswelle. Bis zum Jahre 2018 werden mehr als ein Viertel aller Mitarbeiter im öffentlichen Dienst in Berlin pensioniert werden.

Dies bedeutet, dass Berlin, sofern nicht ausreichend junge Beschäftigte eingestellt werden, in ein paar Jahren einen deutlichen Mangel an Fachpersonal im öffentlichen Dienst haben wird – und das besonders in den Bereichen Schule und Justiz. Zu diesem Ergebnis kommt die Senatsfinanzverwaltung  in ihrer aktuellen Prognose.

Bis 2018 sollen von den derzeit 114.442 beschäftigten Beamten und Angestellten, die in Voll- und Teilzeit in den Senats- und Bezirksverwaltungen, Schulen und bei der Polizei arbeiten, 29.909 in den Ruhestand gehen. Damit wird Berlins Beschäftigtenquote im öffentlichen Dienst ohne Neueinstellungen um 26,1 Prozent sinken. Die am stärksten betroffenen Bereiche sind dabei der Schulsektor und die Justiz.



Bis zum Jahr 2018 soll allein die Lehrerquote in den Haupt- und Realschulen um 38,7 Prozent sinken. In den Sekundarschulen entspricht dies 1.100 Lehrer. Insgesamt reduziert sich der Lehreranteil von derzeit 35.785 auf 24.158 Lehrer. Dies entspricht einer Minimierung von 32,5 Prozent. An den Grundschulen werden dabei 4.242 der derzeit 14.133 Lehrkräfte pensioniert werden.

Schon jetzt gibt es im Land Berlin einen akuten Lehrermangel. Allein die Fächer Mathematik, Physik, Informatik und Chemie sind teilweise unterbesetzt. Wie bis 2018 viele neue junge Lehrer eingestellt werden sollen, ist bisher noch unklar. „Wir steuern erneut auf ein Schuljahr zu, in dem an vielen Schulen qualifizierte Fachkräfte fehlen werden.“, teilte Torsten Ulrich von der Initiative „Verbeamtung jetzt“ mit.

Berlin kämpft derzeit auch mit einer Abwanderung von Fachkräften, insbesondere von Lehrern. Nur etwa 70 Referendare haben die Einstellungsgarantie der Bildungsverwaltung angenommen. 120 Garantien wurden gegeben. Zudem haben rund 240 Lehrer einen Antrag auf Freigabe gestellt, um ab dem kommenden Schuljahr 2012/2013 in ein anderes Bundesland zu wechseln.

Aber nicht nur im Schulsektor wird es einen Mangel an qualifiziertem Personal geben, sondern auch in der Justiz. Bis zum Jahre 2018 sollen etwa 40 Prozent der Beschäftigten in der Gerichts- und Bewährungshilfe und etwa 659 der derzeit beschäftigten 2.814 Mitarbeiter im Justizvollzug in den Ruhestand gehen.

Trotz der massiven Problematik in Sachen Personalmangel sollen weiter Stellen im öffentlichen Dienst in Berlin abgebaut werden. So sollen die Vollzeitstellen um 6.000 Stellen auf 100.000 reduziert werden. Dabei soll es eine Verteilung auf 80.000 in der Hauptverwaltung und 20.000 in den Bezirksverwaltungen geben. Allein im Jahre 2012 sollen rund 500 Stellen im öffentlichen Dienst wegfallen, im Jahr 2013 575.

Quelle: morgenpost.de