In Nordrhein-Westfalen sollen Lehrer weiterhin verbeamtet werden. Laut Schulministerin soll sich daran auch nichts ändern, denn Beamte sind wegen der fehlenden Sozialversicherung einfach günstiger. Zumindest in der Dienstzeit; wenn die Pensionswelle startet, sieht die Situation komplett anders aus.

Das Bundesland NRW gibt sich gelassen im Hinblick auf die Verbeamtung von Lehrer. Lehrer sollen im Gegensatz zu anderen Bundesländern weiterhin verbeamtet werden. Um dem Anreiz zu schaffen, wurde das Alter für eine mögliche Verbeamtung von 35 auf 40 Jahren bereits im Jahr 2009 hochgesetzt. Demnach können auch noch Lehrer mit 40 Jahren verbeamtet werden.

Die Gewerkschaft GEW begrüßt die Vorgehensweise des Landes: "NRW wäre schlecht beraten, in Zukunft keine Lehrer zu verbeamten", wie Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mitteilt.




Was dem Land und der GEW gefällt, stinkt den Angestellten im NRW gewaltig. Nicht nur, dass sie sozialversicherungspflichtig sind und dafür zahlen müssen, auch die ungleiche Vergütung zwischen Beamten und Angestellten trotz gleicher Arbeit missfällt ihnen zutiefst. Dieser Status-Unterschied macht immerhin mehrere Hundert Euro monatlich aus. Einen Vorteil haben sie jedoch gegenüber den Beamten: das Recht zum Streiken. Aber dieser Vorteil könnte ebenso bald schwinden, wenn man die Entscheidungen der zwei jüngsten Gerichtsverhandlungen anschaut. Im Jahre 2010 räumte das Verwaltungsgericht Düsseldorf auf Grundlage der Europäischen Menschenrechte Beamten ein Streikrecht ein. Im Jahre 2011 wurde dieses ebenso vom Verwaltungsgericht Kassel bestätigt.

Der Philologenverband NRW ist ausdrücklich gegen ein Streikrecht für Beamte. "Streikrecht und Beamtenstatus, das passt nicht zusammen. Beides zusammen kann man nicht haben", wie Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbandes NRW, einräumt.

Fakt ist jedoch: NRW hält an seine Beamten fest, egal was es kosten möge. Zwar sind Beamte in der Dienstzeit weitaus günstiger als Angestellte, jedoch ändert sich dies, sobald sie pensioniert werden. Denn dann kommen Kosten in Millionenhöhe auf das Land zu. Zwar zahlt NRW 500 Euro für jeden Neubeamten in einen Pensionsfonds ein, aber das reicht bei weitem nicht für die gesamte Masse an Beamten aus, wie Experten meinen. Im Vergleich dazu, gibt es für neu eingestellte Lehrer im Angestelltenverhältnis noch nicht einmal einen mit den Gewerkschaften ausgehandelten gültigen Tarifvertrag, wie die GEW beklagt. Sie fordert demnach vom Land mehr Unterstützung -  nicht nur für Beamte, sondern auch für angestellte Lehrer.

Quelle: gew.de