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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im neuen Gewand

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für kranke Beschäftigte verändert ihr Aussehen ab 2016. Sie besteht nun aus einem gelben Formular aus selbstdurchschreibendem Papier. Ausgefertigt wird sie für den Versicherten, die Krankenkasse, den Arbeitgeber und den Arzt. Sie wird in Zukunft für die vollständige Dauer der Arbeitsunfähigkeit ausgestellt.

Neue Beitragsbemessungsgrenzen

Bei der Rentenversicherung steigt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung (West) auf 6.200 Euro pro Monat, die Beitragsbemessungsgrenze im Osten auf 5.400 Euro pro Monat. Bei der knappschaftlichen Rentenversicherung verändern sich die Beträge wie folgt: 7.650 Euro (West), 6.650 Euro (Ost). In der Krankenversicherung gibt es keine Unterschiede zwischen Ost und West. Die Versicherungspflichtgrenze erhöht sich auf 56.250 Euro jährlich. Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt nun 50.850 Euro.

Mehr Rente und Wohngeld

2016 gibt es für Rentner die höchste Rentensteigerung seit langem. Rund 20 Millionen Menschen erhalten bis zu fünf Prozent mehr Rente. Das bedeutet aber auch, dass ca. 70.000 Ruheständler eine Steuererklärung abgeben müssen. Ebenfalls mehr Unterstützung erhalten Bezieher von Wohngeld. Momentan sind 870.000 Haushalte auf die Unterstützung angewiesen und beziehen nun bei einem 2-Personenhaushalt durchschnittlich 186 Euro mehr.

Änderungen für Flüchtlinge

Junge geduldete Flüchtlinge haben bereits ab Januar 2016 die Möglichkeit, in Deutschland eine duale Berufsausbildung mit Bafög zu beginnen. Die einzige Voraussetzung ist, dass sie 15 Monate in Deutschland gelebt haben müssen. Bisher waren vier Jahre nötig.

Kindergeld: Kasse benötigt Steueridentifikationsnummer

Kindergeldberechtigte haben 2016 die Pflicht, der Familienkasse ihre Steueridentifikationsnummer mitzuteilen. Kommen sie dem nicht nach, kann die Behörde die Leistungen streichen. Man hat als Leistungsempfänger aber die Möglichkeit, dies im Laufe des Jahres nachzuholen.

Schärfere Regeln bei Leiharbeit und Werkverträgen

Ab 2016 gelten schärfere Regeln für die Leiharbeit und den Werkvertrag. Leiharbeit wird nun auf 18 Monate begrenzt und ab neun Monaten gilt das Gesetz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Zudem werden Abgrenzungskriterien zwischen Werk- und Arbeitsvertrag normiert.

EMF-Richtlinie: Umsetzung bis spätestens 1. Juli 2016

Mit einer Arbeitsschutzverordnung gestützt auf das Arbeitsschutzgesetz muss 2016 eine neue Richtlinie für Elektromagnetische Felder umgesetzt werden. Diese beinhaltet Begriffsbestimmungen sowie Grenzwerte und Maßnahmen zum Schutz von Arbeitnehmern.

Der europäische Berufsausweis kommt

Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Apotheker und Physiotherapeuten können ab 2016 wählen, ob sie einen Europäischen Berufsausweis elektronisch oder auf Papier nutzen möchten. Mit diesem Ausweis soll das Berufszulassungsverfahren erleichtert werden. Zudem folgen weitere Gesetzesänderungen, die die Anerkennung von Berufsqualifikationen betreffen. Das sind die Mindestanforderungen für die Ausbildung in medizinischen Berufen wie u.a. bei Apothekern, Hebammen, Ärzten und Krankenpflegern. Jetzt wird z.B. die Mindestausbildungsdauer von Ärzten nicht nur in Jahren angegeben, sondern auch in Stunden.