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Es herrscht Lehrermangel in Thüringen. Nun hofft die rot-rot-grüne Koalition durch die Verbeamtung von Lehrern, bessere Bedingungen für junge Pädagogen zu schaffen. Doch wie wird das Ganze finanziert? Die Politiker sind sich einig, nur der Bund der Steuerzahler zeigt sich skeptisch.

Mehr Lehrer an Thüringer Schulen

Lehrer werden bundesweit gebraucht. Und auch Thüringen muss neue Pädagogen einstellen, denn die meisten sind derzeit über 50 Jahre alt. Damit das Land im Wettbewerb um die jungen Lehrer mit den anderen Bundesländern mithalten kann, sollen die Pädagogen wieder Beamte werden. Das jedenfalls ist eine Maßnahme, die die rot-rot-grüne Landesregierung favorisiert. Denn junge Lehrer bekommen damit automatisch eine attraktivere Altersversorgung und natürlich mehr Sicherheit.

Einigkeit bei den Politiken

Das Vorhaben, die Lehrer zu verbeamten, wurde bereits im MDR Fernsehen verkündet. Und auch der Ministerpräsident Thüringens Bodo Ramelow ist dafür und hat in seinem Kabinett verkündet, dass die Voraussetzungen dafür schnellstmöglich geschaffen werden sollten. Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Finanzministerin bestätigte Einigkeit bei diesem Vorhaben, gab jedoch zu bedenken, dass die Pensionslasten der Thüringer Beamten steigen. Damit die Verbeamtungen und die daraus erwachsenen Pensionsansprüche gerechtfertigt werden können, müssen die vorhandenen Lasten abgebaut werden. Das funktioniere nur durch Tilgen der Zinslasten, sobald die „Neuen“ verbeamtet werden.

Kein Gegenwind von der Opposition

Selbst die Opposition ist einverstanden und die AfD lobt die Verbeamtung als ein Mittel gegen den Lehrermangel. Von der CDU kommt ebenfalls Einverständnis. Diese wollte noch zu Zeiten der schwarzroten Regierung selbst die Verbeamtung wiedereinführen, was aber misslang. Damals gab es vor allem Diskussionen um die Pensionsansprüche. Die CDU war der Meinung, dass für die künftigen Pädagogen Rückstellungen gebildet werden müssten. Das wurde von der SPD aber nicht befürwortetet.

Auch angestellte Lehrer dürfen sich freuen

Nicht nur junge, sondern auch bereits angestellte Lehrer dürfen sich freuen. Denn die Regierung möchte auch für diese eine Lösung finden. Kriterien wären das Alter oder die Zeit, in der sie angestellt wurden. Doch nicht alle sind glücklich über die Verbeamtung: Der Bund der Steuerzahler ist dagegen. Er meint, dass Lehrer keine hoheitlichen Aufgaben haben und deswegen auch keine Beamten werden dürfen.