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In Hessen fordern die Gewerkschaften eine Besoldungserhöhung von mindestens 4,4 Prozent für die dort tätigen Beamten. Die SPD-Landtagsfraktion begrüßte den Vorschlag. Hingegen dessen hatten die CDU und Grüne in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass Hessische Beamte lediglich ein Prozent mehr an Besoldung erhalten sollen.

Für die Gewerkschaften und die SPD ist dies deutlich zu wenig: „Diese Andeutungen, es gebe 0,3 oder 0,5 Prozent zusätzlich, ändern an der Politik nach Gutsherrenart nichts“, teilte SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel mit. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Boddenberg kritisierte daraufhin die SPD, sie würde zwar eine höhere Besoldung fordern, jedoch keine Vorschläge unterbreiten, wie das Land eine derartige Besoldungsanhebung finanzieren soll.

Personalabbau lässt Beamte abwandern

Zudem macht den Beamten der starke Personalabbau zu schaffen. Beispielswiese sollen die Förster bis zum Jahr 2025 von 440 auf 360 reduziert werden, wie Claudia Mävers von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (BAU) mitteilte. Vertretungsregelungen sollen dabei nicht zur Anwendung kommen.

Als weiteres Beispiel können die Feuerwehrleute angebracht werden. Diese bleiben in ihrer Laufbahn stehen, trotz der zahlreichen Weiterbildungen. Eine Höhergruppierung ist in den seltensten Fällen möglich, wie Rainer Lach von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erklärte. Diesbezüglich wandern viele Feuerwehrmänner in andere Bundesländer ab. Hessen bleibt dabei auf der Strecke.

Mehr Arbeit macht Beamten zu schaffen

Andreas Grün, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), kritisierte hingegen die enorme „Arbeitsverdichtung“. Viele Polizeibeamte müssen auch am Wochenende zum Dienst antreten, selbst wenn sie freigehabt hätten. Als Gründe dafür sind vor allem Fußballspiele und öffentliche Veranstaltungen zu nennen. Durch die Terrorgefahr müssen mehr Polizeibeamte präsent sein. Des Weiteren steigen die Mieten in Ballungsgebieten, wie zum Beispiel in Frankfurt und Umgebung. Viele Jungpolizisten können sich diese nicht leisten und wandern lieber in andere Bundesländer ab.

Bei den Lehrern sieht es ähnich aus. Wie die Gewerkschaft Bildung und Erziehung (GEW) mitteilte, seien die Aufgaben für Lehrer deutlich gestiegen. Grund dafür seien Inklusion, Ganztagsschulen oder Deutschkurse für Flüchtlinge. Zwar hat das Land Hessen mehr Lehrerstellen bereitgestellt, dennoch sind viele Lehrer durch den enormen Anstieg der Aufgaben überfordert.

Besoldung muss analog dem öffentlichen Dienst angehoben werden

Die Gewerkschafter fordern für die Beamten in Hessen ein „Zeichen der Wertschätzung“ und damit verbunden eine Besoldungsanhebung von mindestens 4,4 Prozent. Die Besoldung der Beamten müsse in gleichem Maße angehoben werden wie jene der Beschäftigten im öffentlichen Dienst, wie die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Gabriele Kailing, mitteilte. Im Jahr 2015 hatten die Beschäftigten eine Gehaltserhöhung von 2 Prozent erhalten. Im Jahr 2016 folgten dann weitere 2,4 Prozent. Die Beamten hingegen gingen im Jahr 2015 mit einer Nullrunde leer aus. Für das Jahr 2016 steht bisher noch kein Angebot.

Quelle: fr-online.de