Im kommenden Jahr sowie im Jahr 2012 sollen Junglehrer mit rund 200 Euro weniger besoldet werden. Das entschied die bayerische Staatsregierung Anfang November 2010. Der Vorsitzende des bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt befürchtet daher ein zukünftiges Defizit an Lehrern und ein übermäßiges Lehrkraftkontingent ohne ausreichende Qualifikationen: „Junge Lehrkräfte werden es sich jetzt noch genauer überlegen, ob sie eine staatliche Stelle annehmen oder lieber in der freien Wirtschaft anheuern sollen.

Bleibt dieser Beschluss, werden sich unsere Schüler darauf einstellen müssen, auch in Zukunft nicht immer von Lehrkräften mit adäquater Ausbildung unterrichtet zu werden.“ Denn in Bayern sind jetzt schon rund 3000 Aushilfslehrer an Gymnasien tätig.

Neben der Minimierung der Besoldung für Junglehrer, sollen künftig ebenso Leistungszulagen gekürzt bzw. ganz gestrichen werden. Diese sollten eigentlich ab Januar 2011 erhöht werden, jedoch will die Regierung zum Leidwesen aller engagierten Lehrer nun doch das Gegenteil erwirken – die Kürzung bzw. Streichung der Zulagen.

Für Rolf Habermann, dem Vorsitzenden des bayerischen Beamtenbundes, ist dieses Vorhaben alles andere als dem neuen Dienstrecht entsprechend: „Die Sparbeschlüsse des Kabinetts widersprechen dem Geist des neuen Dienstrechts.“
Weiterhin geplant bzw. von der Regierung beschlossen ist die Einführung der Wiederbesetzungssperre, bei der Lehrer nach einer Beförderung zu einem anderen Status erst nach einem Jahr dementsprechend besoldet werden, obwohl sie seit Beginn der Beförderung die neue Tätigkeit ausführen müssen.

Hans-Ulrich Pfaffmann von der SPD und bildungspolitischer Sprecher entgegnete der Regierung daraufhin empört: „Wortbruch in der Bildungspolitik“.
Im kommenden Jahr sowie im Jahr 2012 sollen, nach Beschluss der Regierung, „keine zusätzlichen kostenwirksamen Stellen“ mehr existieren. Laut Pfaffmann werden somit „die im Koalitionsvertrag zugesagten 1000 zusätzlichen Lehrer für Bayerns Schulen gestrichen.“
Das Kabinett sieht dies jedoch anders. Ludwig Spaenle, Kultusminister in Bayern, verdeutlichte, dass er die Koalitionsvereinbarung  hinsichtlich der geplanten 1000 zusätzlichen Lehrern mehr als erfüllt hätte.

Durch das Auslaufen des letzten Jahrganges des neunstufigen Gymnasiums Mitte 2011 würden 2400 Arbeitsstellen frei werden, von denen 640 dem Wissenschaftsministerium zugetragen werden. Der Rest von 1760 Lehrern wäre, so laut Spaenle, die mehr als genügende Erfüllung seines Versprechens.


Siehe auch:

Junglehrer müssen auf 200 Euro Dienstbesoldung verzichten