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In Berlin sollen die rund 64.000 aktiven Beamten und die rund 52.500 Ruheständler mehr Geld erhalten. Genau genommen sollen die Staatsdiener eine prozentuale Erhöhung von 3,2 Prozent erhalten. Damit will das Land Berlin den Abstand bei der Besoldung zwischen den übrigen Bundesländern und Berlin verringern. Allerdings dürfte eine geringe prozentuale Anhebung der Besoldung in den unteren Besoldungsgruppen kaum zum gewünschten Effekt führen, denn die meisten Bundesländer zahlen ihren Beamten einen Sockelbetrag von mindestens 75 Euro pro Monat, so dass eine prozentuale Besoldungserhöhung selten einen Betrag von 75 Euro überschreitet.

Die Folge ist, dass sich weiterhin in den unteren Besoldungsgruppen ein größerer Abstand zu den anderen Bundesländern bildet. Nun setzt sich das Land, laut Medienberichten, auf eine andere Strategie. Es will allen Beamten mehr Geld zahlen, jedoch keinen Sockelbetrag.

Besoldung soll ab August 2016 steigen

Innensenator Frank Henkel (CDU) teilte mit, dass das Land Berlin eine "Perspektive zur Reduzierung des Besoldungsabstandes zu anderen Bundesländern zu schaffen, deutlich näher gekommen" ist. Denn zum 01. August 2016 sollen die Bezüge der Landesbeamten um drei Prozent steigen. Davon gehen allerdings 0,2 Prozentpunkte an die Altersversorgung, so dass 2,8 Prozentpunkte ausbezahlt werden.

Grüne und die Linke streben hingegen eine Besoldungsanhebung von 3,5 Prozent an. Zusätzlich soll ein Sockelbetrag von 75 Euro pro Monat für alle Besoldungsgruppen bis A 10 gezahlt werden. Diese Regelung sei in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst für die Tarifbeschäftigten vereinbart worden. Das Tarifergebnis soll nun auch auf die Landesbeamten in Berlin übertragen werden.

Berlin will keinen Sockelbetrag für Beamte zahlen

Gemäß der Innenverwaltung will das Land jedoch keinen Sockelbetrag zahlen, da durch diesen in das "Besoldungsgefüge eingegriffen" werden könnte. Nun will die Innenverwaltung die Besoldung für alle Berliner Beamten um 3,2 Prozent anheben. Dies würde dem Land dann acht Millionen Euro zusätzlich kosten. Bei einer Besoldungsanhebung von drei Prozent würden Mehrkosten von rund 50 Millionen Euro für das Jahr 2016 entstehen. Für das Jahr 2017 würden dann Mehrkosten von 120 Millionen Euro erwartet werden.