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Gemäß einer Analyse der Krankenkasse DAK lassen sich Beamte in Berlin am häufigsten wegen psychischer Leiden krankschreiben. Im Jahr 2013 wurde der Krankenstand in der Hauptstadt auf sechs Prozent beziffert. In Kultur- und Bildungseinrichtungen und in Medienunternehmen lag die Krankenquote bei drei Prozent. Der Verkehrsbereich kommt auf einen Krankenstand von fünf Prozent. Insgesamt wurden 105.000 Versicherte mit einem Erwerbseinkommen in die Studie einbezogen. Dabei ist der häufigste Grund für die Krankschreibungen auf bundesweiter Ebene wegen psychischer Leiden, insbesondere wegen Depressionen.

Für die Gewerkschaften ist das Ergebnis nicht überraschend. So teilte Andreas Splanemann, Sprecher von ver.di Berlin-Brandenburg, mit, dass der öffentliche Dienst wegen des massiven Stellenabbaus „regelrecht ausgehöhlt“ wurde. Es werden zwar Jungbeamten ausgebildet, jedoch aufgrund der Sparpolitik letzten Endes nicht eingestellt. Somit lastet die gesamte Arbeit auf die verbleibenden Beamten, die teilweise wegen des fortgeschritteneren Alters kaum mehr Arbeit leisten können, als sie selbst schon haben.

Gemäß den Angaben der Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat sich das Durchschnittsalter im öffentlichen Dienst auf etwa 50 Jahre erhöht. Die Gründe für die Erhöhung liegen mitunter in der Nicht-Besetzung langjähriger freier Arbeitstellen und generell in fehlenden Einstellungen.

Dabei offenbart die Studie, dass die Quote des Krankenstandes vom Alter der Beamten abhängig ist. Je älter der Beamte ist, desto häufiger und desto länger ist er krank. Am häufigsten betroffen sind dabei Beamte in Berlin. Auf rund 100 Beschäftigten kamen 7,6 Prozent an Ausfällen mit psychischem Leiden. Insgesamt hat sich die Krankenquote in den letzten 13 Jahren um ein Viertel erhöht. Mit ähnlichen Quoten liegt das Land Brandenburg hinter Berlin. Hier sorgen ebenso Depressionen oder Angstzustände für eine höhere Ausfallquote.

Im Berliner Raum fielen Mitarbeiter durchschnittlich 33 Tage im Kalenderjahr wegen psychischer Leiden aus. Dies ist wesentlich länger als bei einem grippalen Infekt oder bei Rückenleiden. Besonders anfällig von psychischen Problemen seien Beamte in Großstädten.

Insgesamt zeigte sich jedoch im Rahmen des Berliner Krankenstandes im Vergleich zum vorherigen Jahr kaum eine Veränderung. Im Jahr 2013 waren von 1.000 Beschäftigten 43 krankgeschrieben. Auf Bundesebene ließen sich 40 Mitarbeiter krankschreiben. Dabei lag der Durchschnitt bei 15,8 Krankentage im Raum Berlin. Beschäftigte im Bund kamen auf 14,6 Tage.

Quelle: morgenpost.de