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Das Ruhegehalt wird Beamten, Richtern und Soldaten nach Erreichen der Altersgrenze gezahlt. Es hat die Funktion der gesetzlichen Rente und betrieblichen Altersvorsorge, ist jedoch ausschließlich für Beamte, Richter und Soldaten anwendbar.
Das Ruhegehalt wird anhand einer bestimmten Formel berechnet, die wie folgt wäre:

Ruhegehalt = ruhegehaltfähige Dienstzeit x Steigerungssatz = Ruhegehaltssatz x ruhegehaltfähige Dienstbezüge

Ruhegehaltfähige Dienstzeit

Zu der ruhegehaltfähigen Dienstzeit gehören der aktive Dienst als Beamter, Richter und Soldat, gegebenenfalls der Wehrdienst, Zeiten als Beamtenanwärter, Zeiten im Angestelltentarif im öffentlichen Dienst.
Nicht zu den ruhegehaltfähigen Dienstzeiten gehören Ehrenämter und unbezahlte Urlaube.

Ruhegehaltfähige Dienstbezüge

Als ruhegehaltfähige Dienstbezüge werden alle als ruhegehaltfähigen Dienstbezüge bezeichneten Bezüge gezählt. Darunter fallen auch der Familienzuschlag, das Grundgehalt, Sonderzahlungen, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld.

Höhe des Ruhegehalts

Durch das Versorgungsänderungsgesetz 2001 wurde der Versorgungshöchstsatz ab dem Jahr 2003 in 8 Schritten von 75 Prozent auf 71,75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge abgesenkt. Der Steigerungssatz wurde von 1,875 Prozent auf 1,7375 Prozent pro Jahr ruhegehaltfähiger dienstlicher Zeiten nach der Einführung des Versorgungsänderungsgesetzes 2001 gemindert. Nach wie vor werden maximal 40 Jahre als berücksichtigungsfähig anerkannt.

Abschläge der Versorgung auf das Ruhegehalt

Bei vorzeitigem Eintritt in den Ruhestand ergeben sich bis auf wenige Berufsgruppen Abschläge, die auf das Ruhegehalt angerechnet werden. Die Abschläge belaufen sich derzeit auf 3,6 Prozent für jedes Jahr, welches vorzeitig als Jahr des Ruhestands gewählt wird. Maximal werden 10,8 Prozent an Abschlägen aufgerechnet, sofern eine Dienstunfähigkeit vorliegt.

Mindestversorgung

Die Mindestversorgung ergibt sich aus der entsprechenden Besoldungsgruppe und einer mindestens fünfjährigen Dienstzeit. Sie liegt bei 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Eine Mindestversorgung kann jedoch auch 65 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge aus der Endstufe A 4 betragen. Hinzu kommen dann noch 30,68 Euro als Fixbetrag, wobei es hier je nach Bundesland zu Abweichungen kommen kann.

Hinterbliebenenversorgung

Bei der Hinterbliebenenversorgung werden nach dem Versorgungsänderungsgesetz 2001 55 Prozent des Ruhegehalts ab dem Jahr 2002 gezahlt, welches die verstorbene Person erhalten hätte, wenn sie in den Ruhestand regulär eingetreten wäre. Vor dem Versorgungsänderungsgesetz 2001 wurden 60 Prozent des Ruhegehalts des Verstorbenen gezahlt.

Unfallruhegehalt

Das Unfallruhegehalt beträgt mindestens zwei Drittel der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Eine Maximalhöhe des Unfallruhegehalts wird bei 75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge festgesetzt. Unfallruhegeld wird dann gezahlt, wenn der Beamte wegen eines Dienstunfalls in die Dienstunfähigkeit eintritt und demzufolge in den Ruhestand versetzt wurde. Der Ruhegehaltssatz, der bis zu diesem Zeitpunkt erdient wurde, erhöht sich um 20 Prozent.

Versorgungsrücklagen

Die Versorgungsrücklagen werden als Fonds vom Bund und den Ländern gebildet und dienen zur Absicherung der Beamten. Damit eine Bildung von Rücklagen möglich ist, werden den Beamten 0,2 Prozent ihrer Besoldung als Rücklage einbehalten und in den Fonds eingezahlt. Eine Abfuhr der 0,2 Prozent wird auch bei einer Besoldungsanpassung durch neue rechtliche und gesetzliche Rahmenbedingungen vorgenommen.

Mindestversorgungsbezüge und Versorgungsgesetze von Bund und Länder in der Übersicht

Gesamt

https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml/screen/FcJWPDFScreen?doc.id=BJNR024850976
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/beamtvg/gesamt.pdf

Bund

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/

Baden-Württemberg

http://www.kvbw.de/pb/site/KVBW/get/documents/kvbw/Objektdatenbank_KVBW/PDF-Dateien/Beamtenversorgung/Merkblaetter/Die%20Versorgung%20der%20kommunalen%20Beamten%20in%20Baden-W%C3%BCrttemberg.pdf

Bayern

http://www.bllv.de/fileadmin/Dateien/bllv-shop/PDFs/Broschueren_Infos/BayBeamtVG_im_UEberblick_110519.pdf

Berlin

http://www.berlin.de/landesverwaltungsamt/versorgung/fragen_zum_ruhegehalt.html

Brandenburg

http://www.bravors.brandenburg.de/sixcms/detail.php?gsid=land_bb_bravors_01.c.54062.de

Bremen

http://www.rathaus-bremen.de/sixcms/media.php/13/2014_11_14_GBl_Nr_0113_BeamtenversorgungsG_signed.pdf

Hamburg

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=25&ved=0CDcQFjAEOBQ&url=http%3A%2F%2Fwww.dl-hamburg.de%2Fapp%2Fdownload%2F5781196225%2FHmbBesG.pdf

Hessen

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=13&ved=0CCsQFjACOAo&url=http%3A%2F%2Fwww.kvk-kassel.de%2Fmagic%2Fshow_image.php

Mecklenburg-Vorpommern

http://www9.landtag-bw.de/WP15/Drucksachen/3000/15_3713_d.pdf

Niedersachsen

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&ved=0CDIQFjAD&url=http%3A%2F%2Fwww.nlbv.niedersachsen.de%2Fdownload%2F84176%2FMindestversorgung_ab_01.06.2014.pdf

Nordrhein-Westfalen

http://www.lbv.nrw.de/merkblaetter/merkblaetter/mb_vers.pdf

Rheinland-Pfalz

http://www.beamten-informationen.de/media/pdf/beamtenversorgungsrecht_rheinland_pfalz_2010.pdf

Saarland

http://www.saarland.de/dokumente/thema_ZBS/Mindestversorgungsbezuege.pdf

Sachsen

http://www.lsf.sachsen.de/download/Versorgung/Mindestversorgungstabelle04-2014.pdf

Sachsen-Anhalt

http://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp6/drs/d3574lge.pdf

Schleswig-Holstein

http://www.vbe-sh.de/index.php?Link=detail&id=133

Thüringen

http://www.beamten-informationen.de/media/pdf/beamtenversorgungsrecht_thueringen_2010.pdf