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Die Verhandlungen der Sozial- und Gesundheitsdienste für einen Gesundheitstarif stecken fest. Zurzeit ist ein Ende nicht in Sicht. Die Wichtigkeit dieser Berufe scheint vielen Arbeitgebern nicht klar zu sein und wird auch mit der Beamtenbesoldung nicht gerecht bezahlt. Der vorliegende Entwurf eines Vertrages wird seitens der VKA wird abgelehnt. Am letzten Mittwoch gingen rund 20.000 betroffene Beschäftigte in den Warnstreik. Besonders dramatisch war die Lage für berufstätige Mütter und Väter, denn in ganz Deutschland blieben zahlreiche Kindertagesstätten geschlossen. Hier Video abspielen

Die betroffenen Erzieher und Erzieherinnen bemängeln den Dauerstress, welcher nicht vernünftig bezahlt wird. Den ganzen Tag eine enorme Lautstärke, eine hohe Belastung für den Rücken, wenn die Kinder getragen werden müssen oder wollen und nicht ausreichendes Arbeitsmaterial, wie etwa Erwachsenen gerechte Stühle. Hinzu kommt, dass einfach zu wenig Zeit für einzelne Kinder bleibe und kaum Material und Zeit für Bildung bereitgestellt werde. Das angestrebte Konzept von Betreuung, Bildung und Förderung sei mit dem derzeitigen Personal nicht umsetzbar. Fehlt dann noch eine Kollegin, wird kaum eine Vertretung bereitgestellt, die Belastung verdoppelt sich und dies ohne Ausgleich. ver.di fordert einen Tarifvertrag, in dem all diese Punkte berücksichtigt werden und den Erziehern und Erzieherinnen einen zusätzlichen Gesundheitsschutz einräumt. Weiterhin fordern die Erzieher und Erzieherinnen eine prophylaktische und individuelle Betreuung der jeweiligen Kindertagesstätte, um den dortigen Bedarf zu ermitteln. Die Eltern zeigten trotz der Ausfälle Verständnis für die Streikmaßnahmen. Durchschnittlich verdient ein/e Vollzeiterzieher/in 1.500 Euro brutto im Monat. Für die Form und Belastung der Arbeit zu wenig, da sind sich Eltern und Erzieher/innen einig. Aufgrund der harten Arbeitsbedingungen gehen viele Erzieher/innen vorzeitig in Teilzeit, weil sie dem Alltag in ihrem Berufsleben nicht mehr standhalten können. 


 
 
Erst am 27. Mai wird sich der Verband der kommunalen Arbeitgeber zur aktuellen Situation und den damit verbundenen Forderungen äußern. Insgesamt sind nicht nur Erzieher/innen von der schlechten Bezahlung betroffen, auch andere soziale Berufe werden zu wenig anerkannt. Die Entscheidung, ob es zu unbefristeten flächendeckende Streiks kommen wird, steht noch aus. Dies wollen die Arbeitnehmer in einer Urabstimmung entscheiden.

 

 

Nicht nur die Erzieher/innen stecken im Arbeitskampf, auch die Beschäftigten der Diakonie kämpfen für mehr Lohn und Anerkennung. Zwar möchten die Arbeitnehmer/innen der Diakonie unter dem Aspekt der Menschlichkeit und Nächstenliebe arbeiten, der Alltag sieht aber sehr viel anders aus. In der letzten Woche traten Beschäftigte der diakonischen Einrichtungen in den Warnstreik.

Ihre Arbeitgeber wollen mit niedrigen Löhnen einen stärkeren Wettbewerbsvorteil haben, dies aber zu Lasten der Arbeitnehmer. Die Beschäftigten sehen ihre Streikmaßnahmen als einen historischen Schritt in Richtung Zukunft. Die Beschäftigten der diakonischen Werke beklagen nicht nur die schlechte Bezahlung, sondern auch die zunehmende Ausgliederung zahlreicher Mitarbeiter. Die Diakonie lehnt die Forderungen der Gewerkschaft ab und lehnt auch die Organisation der Beschäftigten innerhalb der Gewerkschaften ab. Die Beschäftigten haben Angst und sind eingeschüchtert, obwohl sie in den letzten vier bis fünf Jahren keine Lohnerhöhung erhalten haben, fürchten sie um ihren Arbeitsplatz, wenn sie sich an den Streikmaßnahmen beteiligen. Dieses Jahr reicht es den Beschäftigten und sie haben sich gemeinsam organisiert und stark gemacht, um für ihre Rechte zu kämpfen. Die Gewerkschaft ver.di fordert eine höhere Anerkennung der sozialen Berufe, von denen letztlich Millionen Bürger abhängig und betroffen sind. Aber nicht nur in den sozialen Berufen wird gestreikt, auch die IT- Branche fordert gemeinsam mit ver.di eine bessere Bezahlung für ihren Einsatz und ihr Können.